Der Col du Galibier mit Schneeschuhen

Meinen Traumpass, den Col du Galibier, mit Schneeschuhen bezwingen – das ist eines meiner ersten Ziele für 2016!

In diesem Winterurlaub sollte es dann auch schon so weit sein. Die Wettervorhersage für diese Woche sah letzten Sonntag aber überhaupt nicht danach aus. Stürmischer Wind, Schneefall und Lawinenwarnstufe 4 waren für den gesamten Urlaub vorhergesagt. Eine Besteigung des Galibiers vorerst unmöglich!

Aber wie sagt man in den Bergen: „Immer schön ruhig bleiben und abwarten.“

Nach einem stürmischen ersten Urlaubstag kam dann über Nacht ein kompletter Wetterumschwung. Der Dienstag war einfach traumhaft sonnig! Die Lawinengefahr jedoch noch zu hoch. Aber die Chance – SIE WAR DA!

Dienstagabend habe ich mich dann bei den Mountain-Guides erkundigt, wie die Lage am Galibier ist. Es gab gute Nachrichten: Die Sonne am Dienstag und die kommende sehr kalte Nacht würden die Lawinengefahr auf Stufe 3 reduzieren. Für Mittwoch ab 12:00 Uhr waren dann wieder Schneeschauer vorhergesagt.

PERFEKT! Mein Zeitfenster am Mittwoch war also von Sonnenaufgang bis 12:00 Uhr!

Das Frühstück am Mittwoch war entsprechend kurz. Kaffee, O-Saft, Müsli und ein Stück Heidelbeerkuchen mussten reichen. Dann rein ins Auto und ab auf den Col du Lautaret. Ich hätte natürlich sehr gern Lautaret und Galibier im Doppelpack mit Schneeschuhen bezwungen, aber das Zeitfenster war einfach zu kurz!

Die ersten 5 km waren durch Tourengeher bereits mit einer einigermaßen tritt festen Spur versehen. Der Untergrund wechselte jedoch ständig: Tiefschnee, Verwehungen, Eis-Traversen – ein regelmäßiger Schritt war unmöglich.

Dann hörte die Spur auf und ich durfte auf Erstbegehung gehen. Die ersten 500 m waren mit lockerem Tiefschnee sehr gut zu laufen. Ich war guter Dinge. Doch dann kam nach einer Linkskurve das „Infield“ des Passes mit der Nordseite. Brutal hoher Tiefschnee mit 2 m hohen Verwehungen. Ich war mittlerweile auf 2 400 m und es tat einfach weh! Die Luft dünn, der Weg noch weit. Die längsten 1,5 km meines Lebens!

Oben am Tunnel angekommen war ich erleichtert und im Arsch! Aber wer den Galibier mit dem Rennrad kennt, der weiß, da kommt noch was: 1 000 m, 100 Höhenmeter und eine durchschnittliche Steigung von 10 %. Auf dem Rennrad brennen hier noch mal richtig die Oberschenkel, die Muskeln werden sauer und die Lunge schreit nach Sauerstoff. Und ich sage euch, mit Schneeschuhen genau das Gleiche!

Am Mittwoch, 06.01. um 12:00 Uhr habe ich nach 2:35 h den Pass auf 2 642 m Höhe erreicht! Die Schneewolken waren schon im Anflug. Also Bilder machen was geht, zu Hause anrufen, dass man gut oben angekommen ist, umziehen und schnell wieder runter. Das „schnell runter“ waren dann auch noch mal 2:00 h! Der Tiefschnee auf der Nordseite war einfach der Wahnsinn!

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