Warum?

Der Wert eines Extremsportlers

Ich verändere mich, mein Umfeld verändert sich. „Das ist das Leben!“ – so könnte man es Meinen. Nun, meine Veränderung ist vielleicht nicht alltäglich, sie ist nicht „Normal“. Ich bin nicht „Normal“! Ich bin anders! Ich bin nicht mit einem Weichspüler ordentlich durchgeschleudert worden, wie manch anderer.

Als ich heute den ersten Anstieg nach gut 20 Kilometern und 560 Höhenmetern erklommen hatte, wartete wie immer eine Fanta und ein Espresso im Panorama al Fil auf mich. Mit mir nach oben geradelt war eine Dreier-Gruppe. Die waren noch frisch und deutlich zügiger unterwegs. Ich wusste, was heute noch vor mir lag und meine Beine wussten noch sehr genau, was diese Woche bereits hinter mir lag. Ich nahm die Situation so, wie sie nun mal war – ich fand mein Tempo und war damit hoch zufrieden!

Oben beim Espresso kam ich mit der Gruppe ins Gespräch. Ein kleiner, älterer Signore berichtete mir ganz stolz, dass er morgen den Gardasee umrunden möchte. Er hatte dabei ein Strahlen in den Augen. Und er wiederholte sein Vorhaben mindestens 4 mal. Er war hellauf begeistert, sagte aber auch, dass er die Umrundung nicht alleine fahren kann – das sei viel zu anstrengend. Er fährt dabei in einer Gruppe mit mindestens 4 Leuten. Ich war ebenso begeistert von seinem Ziel und sprach ihm Mut und Zuversicht für die bevorstehende Herausforderung zu. Dann wollte ich eigentlich schon weiterziehen …

… da fragte der Signore, was ich eigentlich den ganzen Tag so treibe. Er hat mich schon öfters unten in Toscolano gesehen.

„Du fährst wohl öfter um den See?!“

Signore

„Ja, das ist heute das 5. Mal. Ich fahre nicht die klassische Umrundung mit 150 km. Ich fahre immer noch hoch nach Tignale und auf der anderen Seite dann immer noch bis kurz vor Prada. Das sind dann immer so um die 190 km. Alleine.“

Norman

Es war mir eigentlich eher unangenehm und peinlich, dies zu sagen. Aber es war nun mal die Wahrheit. Es ist nun mal dass, was ich jetzt tue – Extremsport.

Als Reaktion hatte ich eher Neid oder Missgunst erwartet. Warum? Weil ich dies in letzter Zeit öfter zu hören oder zu lesen bekomme. Stattdessen wurden schnell 3 Smartphones gezückt und dann wurden fleißig Selfies mit mir gemacht. Nun, wer mich kennt weiß genau, das Selfies nicht wirklich meine Absicht sind. ABER, ich musste mich mal nicht erklären – und das Tat gut!

War es Begeisterung? War es Wertschätzung? Ich hoffe beides!

Ich hoffe, dass ich mit meinem Sport andere Menschen begeistern kann. Das ich Menschen dazu bewege, Ihre Träume und Ziele zu verwirklichen.

„Wenn Du eine Vision hast und täglich hart dafür kämpfst, dann wird diese Vision auch Wirklichkeit. Wenn ich 50 Stunden in der Woche auf dem Rad hart trainiere, dann kannst Du auch 50 Stunden in der Woche Dein Unternehmen, Deine Abteilung oder Dein Familienleben weiter voranbringen! Wenn ich nochmal 30 Stunden obendrauf mit Coaching, Athletenbetreuung, Trainingsplänen und was weiß ich noch verbringe, dann kannst Du das auch – If you can dream it, you can get it!“

Meine Vision ist, dass wenn Ihr in ein Loch gefallen seid, Ihr gerade keinen Plan mehr habt, keine Ziele mehr habt, vollkommen demotiviert seid, Ihr an Euren unternehmerischen Aufgaben und Eurer Verantwortung zu scheitern droht und dann mein Logo seht, meine Bilder seht, meine Fahrräder seht, meine Projekte verfolgt, mein #dontstoppushing lest, dass Ihr Euch dann wieder an Eure Träume und Eure Visionen erinnert – Ihr Euch sagt: „Genau deshalb!“

Habe ich jetzt einen Wert?

Nicht zu vergessen ist die Wertschätzung. Um solche Leistungen vollbringen zu können, ist sehr viel harte Arbeit nötig. Man muss lernen zu verzichten, man muss lernen, sehr viel seiner Leidenschaft unterzuordnen. Diese Seite sieht man im Extrem- und Leistungssport so gut wie nie. Man sieht immer nur die Ergebnisse im Wettkampf – wenn der Fokus auf einem gerichtet ist und du die Leistung abrufen musst.

Stimmt die Leistung, kommt der Neid: „Ja wenn ich keine 60 Stunden arbeiten müßte, dann könnte ich da auch gewinnen!“

„Dann mach es doch! Bitte! Es steht Dir vollkommen frei! Organisiere Dich so, dass Du im Extrem- oder Leistungssport Fuß fassen kannst. Dann trainiere 60 Stunden oder mehr die Woche. Gehe abends vollkommen im Arsch ins Bett und quäle Dich morgens wieder raus. Dein Trainingsplan zeigt Dir 8 Stunden Radfahren? 6 Tage die Woche? Ist doch kein Problem für Dich! Dein Hinterteil tut Dir weh? Egal! Dein Knie schmerzt? Egal! Dein Rücken krampft? Egal! Du kannst Dir in der Anfangszeit keinen Physio im Trainingslager leisten? Ist doch kein Problem – dann haust Du Dich einfach nach den 8 Stunden nochmal 1 Stunde auf die Stretching-Matte und gibst Dein bestes! Denn Du weißt ja, morgen steht das Gleiche auf dem Plan! Und erst in 3 Tagen ist Ruhetag mit locker Laufen und 2 Stunden locker Radfahren! Deine neue Welt! Willkommen!“


Extremsport ist im täglichen Training ans Limit und darüber hinauszugehen. Für den Extremsport musst du einiges einfach zum Teufel jagen!

Habe ich jetzt einen Wert?

Ich verändere mich nicht, mein Umfeld verändert sich nicht. „Das ist das Leben!“ – stimmt so auch nicht. Es sind meine Werte, die sich verändert haben. Es ist meine Persönlichkeit und meine Konsequenz, die Ecken und Kanten schaffen. Es ist das streben nach Unabhängigkeit, welches manchmal einsam macht.

„Ich lebe für das, was ich jetzt tue. Ich liebe das, was ich jetzt tue. Ich brenne für meine Leidenschaft. Für den einen von Euch ist es pure Motivation, für den anderen bleibt es dass, was es schon immer wahr: Faszinierend, atemberaubend, Wertlos!“

Norman Baum

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